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Endlich. Endlich ist es soweit und meine Sammlung von mehr oder minder abstrusen Randgrupencomics (schließt mittlerweile DC und Marvel aus, Godzilla und Dork Tower immernoch ein) ist ein wenig gewachsen. Wo die seltsamen Schändlichkeiten der Buddelfisch-Crew bis vor kurzem noch eine reine Plage im Internet waren, verseuchen sie heute die Regale und Sammelordner ahnungsloser Comicfans. Und das meine ich durchweg positiv. Denn wo sonst bekommt man unterirdische Komik, mysteriöse Geschichten und Strichmänner, die gegen Nazimongolen auf Dinosauriern kämpfen? Neugierig? Dann weiterlesen. Noch nicht? Dann erst recht. Denn heute nehme ich mir die ersten drei Bände der Budelfisch-Comics vor. Aber wer hier Nacherzählungen erwartet, der täuscht sich. In erzähle nur soviel, dass das Lesevergnügen nicht gestört wird.

Band 1:
„Kommissar Strichmann“

In gewissen Kreisen, war die gebundene Ausgabe des Herren Strichmann ein Running Gag, wie dereinst der Duke in der Gamer Szene. Und wie eben der blonde Muskelprotz wurde irgendwann doch noch was draus. Nur wo der Duke zu viele Erwartungen schürte, die er zum Teil nicht halten konnte, überzeugt der Krimi, den Dirk M. Jürgens hier mit unverwechselbarem Strich (harhar, der war noch flacher als die Überschrift) dem geneigten – oder auch nicht – Leser nahe bringt.
Aber worum gehts? Bei den Ermittlungen in einem grausamen Mordfall, geraten Kommissar Strichmann und sein Partner Kommissar Kannibale in einen Strudel aus Verschwörung, Zeitreise und Twists, die Ihresgleichen suchen. Und Hitler.
Großes Kino, dessen Fortsetzung hoffentlich nicht solange auf sich warten lässt.

Band 2:
„Sturmboje“

Auch wenn ich nicht weiß, wie die Macher – vor allem der Zeichner Sebastian Kempke – den Vergleich bewerten wird, so liegt er doch nahe: „Sturmboje“ erinnert in weiten Teilen an die guten alten Gespenstergeschichten, die dereinst zusammen mit „Iron Man“ und „Lobo“ meinen Weg in die Comicaffinität ebneten. Geboten werden hier in bester Tradition Geschichten von Geistern, Widergängern und kryptozoologischen Wesenheiten, die so auch in den eben genannten Heften um Mumien, Monstren, Mutationen hätten abgedruckt werden können. Wobei, was einem dort zum Teil geboten wurde, hatte nicht das vorliegende Niveau.

Band 3:
„Gemischtwaren“
Ooooookay. Hier haben wir den zwispältigsten Band der bisherigen Hefte. Was aber daran liegt, dass hier wirklich alles bedient wird. Von rassistischen Texten, zu gnadenloer Gewalt, Sexismus und fast schon Dadaistischer Kunst bekommt hier jeder, was er verdient… ich meine natürlich, was er sich wünscht. Durch die große Bandbreite an kurzen Geschichten, sind auch ab und an ein paar dabei, die zwar ein Schmunzeln, aber keine Begeisterung auslösen. Aber das ist in keinster Weise schlimm, denn so ist das mit Gemischtwaren: Für jeden etwas dabei, auch wenn nicht allen alles schmeckt. Und wer könnte sich gegen einen Kauf wehren, wenn man neben dem lecken an Kröten, dem Ansprechen von Nutten, toten Einhörnern, dem grandiosen Übermenschen Jack Killer viele Dinge mehr geboten bekommt, die einen Besuch in der örtlichen Freakshow (oder wie man bei euch die Disco an einem Samstag Abend nennt) gerne sehen würde.

Also sei abschließend gesagt: Wer auf einen eher derben Humor steht, mit seltsamen Zeitgenossen bzw. deren geistigen Kunstausgeburten kein Problem hat und/oder Schweizer mag, der möge zugreifen, solange es nocht geht. Wer ncoh nicht überzeugt ist (sollte es nicht geben, aber möglich ist ja alles), der soll doch bitte einmal auf der Seite der drei Buddelfische stöbern und sich bekehren lassen.
Bleibt nur zu hoffen, dass es demnächst die „Perlen vor die Säue“, den „Debilator“ und „Baron Killer“ in gedruckter Form gibt.

Der Träumer

One Response to “Jetzt mal Buddel bei die Fische”

  1. Paule sagt:

    Sher lustig geschrieben. Musste das ein ums andere Mal lachen^^ Vor allem dieser Strichmännchencomic klingt verlockend. Da aber meine Wohngegend so viel Comicläden wie Klink Haare auf dem breiten Scheitel hat, muss ich wohl erstmal drauf verzichten…
    Dennoch ein toller Bericht

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