Feed on
Posts
Comments

Heute geht’s um ein altes Videospiel, das diese Bezeichnung auch verdient hat. „Altered Beast“, 1988 von SEGA programmiert und auf den Markt gebracht, ist ein Beat´em Up für ganze 18 Plattformen bzw. Konsolen. Natürlich ist es sauschwer, wie es sich für ein Spiel dieser Zeit gehört 😉 Ich habe es dank der SEGA Mega Drive-Collection auf der PSP spielen können und fand drei Dinge äußerst…hm…„interessant“. Mit denen lässt sich das Spiel auch ganz gut darstellen: Der Plot, der Protagonist und der Endboss.

Der Plot ist schnell erzählt. Man steuert eine von Zeus zum Leben erweckte Statue und soll dessen Tochter vor Hades retten. Fertig. Jawoll, keine halbe Stunde Einleitung der Geschichte und Vorstellung der Charaktere. Zwei bewegte Bilder und drei Textzeilen und schon weiß man, was man zu tun hat. Sozusagen der Bizarro-Tolkien.

Die Beschreibung des Protagonisten ist genauso skurril. Der Hauptcharakter kann in jedem Level mehrere Energiekugeln sammeln, indem er hellblaue Ziegenböcke zu Tode prügelt. Durch die Aufnahme dieser Kugel verändert er seine Gestalt dreimal, bis er sich schließlich in eine namensgebende Bestie verwandelt (Tiger, Drache, Bär, Wolf oder *Trommelwirbel* goldener Wolf). Die zweite sieht dermaßen bescheuert aus, dass man sie nur ebenso bekloppt beschreiben kann. Stellt euch Arnold Schwarzenegger aus „Herkules in New York“ vor und ersetzt seinen Kopf gegen den eines LEGO-Männchens. Jetzt habt ihr neben den steifen Bewegungen auch die Körperproportionen des Protagonisten.

Die Stelle im Spiel, an der aber selbst die Logik beschließt röchelnd vom Dachbalken aus Natureiche zu baumeln, ist der Endboss. Das Thema ist Antikes Griechenland, also gibt es genügend mythologisches Vorlagen für einen letzten epischen Kampf: Drachen, Hydren, Gorgonen, Minotauren etc. Richtig? FALSCH! Denn stattdessen prügelt sich der Spieler mit LEGO-Arnold durch die Level und sieht sich am Ende dem hier gegenüber:

Ganz genau, den letzten alles entscheidende Kampf muss man gegen ein überdimensioniertes, aufrecht gehendes Nashorn im sonnenblumgelben 80er-Jahre-Wrestler-Aufzug mit elektrifizierten Metallboxhandschuhen bestreiten. Da darf man keine Getränke in der Mundhöhle speichern, sonst ersäuft die PSP.

Aber das ist das raffinierte am Plot. Der Gegner ist der Herr der Unterwelt und ein Gott. Der hat offensichtlicherweise alles in seiner Kajüte. Da latscht anscheinend die dickhäutige Panzertierfusion aus Rocky und Mr. T durch den Styx, mal ebenso aus der mittelafrikanischen Savannen rübergepurzelt. Und danach? Nun, nun dann geht alles wieder von vorne los, bloß mit mehr Faustfutter.

Alles in allem war „Altered Beast“ so abgedreht wie witzig und erfrischend für zwischendurch. Auf diversen Videoportalen findet man sicherlich den ein oder anderen Walkthrough. Da könnt ihr dieses Werk dann in seiner ganzen Pracht selbst bestaunen.

 

MfG

Nightbringer

Leave a Reply