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Ja, ja, zugegeben: Der Titel ist eine ziemlich schwache Umwandlung eines Bud Spencer & Terence Hill-Klassikers. Doch in Sachen Prügeleinlagen und Sprüche kann diese Serie durchaus als kleiner Neffe dieser Art von Filme betrachtet werden. Aus jenem 1980er Jahre-Erzeugnis stammt auch der „Charakter“ Billy, den ich in meinem Vorstellungspost erwähnt habe (siehe hier). Es ist der unsichtbare bzw. eingebildete Hund von H.M. Murdock. Nun sollte auch klar sein, um welche Serie sich der Artikel dreht: Gemeint ist das A-Team! Statt jedoch die Thematik oder die Hauptcharaktere der Serie vorzustellen (das wäre eh Zeitverschwendung), möchte ich lieber die Gründe zeigen, warum das A-Team eine sehenswerte TV-Serie ist. Das liegt vor allem an einer Sache: (teilweise unfreiwillige) Komik.

Das beginnt schon mit dem deutschen Intro. Im Englischen wendet man sich an das namensgebende Kommando aus tiefster Verzweiflung und auch nur, wenn man es aufspüren kann: “If you have a problem, if no one else can help, and if you can find them, maybe you can hire the A-Team!” Mal abgesehen davon, dass es nur drei und nicht vier Verurteilte sind, leistet sich das deutsche Intro noch den Fauxpas, indem es lax heißt: „Also wenn sie mal ein Problem haben und nicht mehr weiter wissen, rufen sie doch das A-Team!“ Aha … so einfach ist das! Wenn man Mathe-Hausaufgaben macht und von analytischer Geometrie keine Ahnung hat, schlägt man einfach das Telefonbuch auf, gibt dem A-Team ´nen Zehner in die Hand und fertig ist der Lack. Problem solved!

 

Unfreiwillig komisch und kultig wird es auch bei den Kameraeinstellungen. Kult bei meinem Bruder und mir ist die von uns getaufte „Original-A-Team-Kameraeinstellung“ bei dem die Kamera immer dann vom Boden in die Luft guckt, wenn irgendein Typ, warum auch immer durch die Luft in den Dreck segelt. Ungewollt komisch wird es, wenn man die Double deutlich als solche erkennt, wie bspw. wenn der Schnitt zu spät gesetzt ist und man genau sieht, dass B.A. von einem Schwarzen mit Iro-Perücke und fehlendem Vollbart gespielt wird oder das Hannibal plötzlich voluminöseres Harr und Kotletten hat^^

 

Zum Schmunzeln und Lachen bringen mich auch die Kommentare und Sprüche, die einerseits eine Phantomkommando- und andererseits eine Schnodderdeutsch-Qualität besitzen. Meistens stammen sie von Murdock oder Hannibal. Beispiel gefällig?

 

Murdock: „Das berühmte Fütt’re-dich-mit-deinen-Socken-Zitat aus dem pulitzerpreisgekrönten Meisterwerk ‘Rrrrechts rum bei Müllers Heinerle‘“

 

oder

 

Gangster (hat die Reifen vom Van zerschossen): „Reifenpanne?“

Hannibal: „Nein, vielen Dank! Wir haben schon eine.“

 

Aber auch die sinnlosen Texte so mancher Antagonisten klingen ungewollt bescheuert. Da greift das A-Team mit einem selbstgebauten Panzer und Maschinengewehren ein Versteck an und der gegnerische Anführer gibt EINEM EINZIGEN Untergebenen den äußerst rationalen und militärisch klugen Befehl: „Du da! Nimm‘ den Jeep und bring‘ sie um!“ Ah ja…Werfen? Umfahren? Verschenken?

 

Apropos „selbstgebaut“: Es ist ja schon witzig, dass das Team immer dort eingesetzt oder eingesperrt wird, wo sie auch was Waffentaugliches zusammenbauen können. Nichts macht dies mehr deutlich als die zweite Folge der ersten Staffel. Da flüchtet das A-Team vor einer Sekte und in ca. 100 Meilen Umkreis gibt es keine ihnen freundlich gesinnte menschliche Seele außer EINEM Farmer, der zufällig(!) Skulpturen aus alten Militärfahrzeugen bastelt und auch ganz zufällig(!) gerade erst seinen Jahresvorrat an Fahrzeugen und Propangas geliefert bekommen hat, kurz bevor Hannibal und Konsorten auftauchen.

 

Mindestens ebenso so zum Lachen sind schließlich die haarsträubenden Plots vieler Folgen. Die Perle der ganzen Serie ist die Doppelfolge der dritten Season (Folge zwei und drei). Das A-Team soll einen Unternehmensboss retten, der auf der Suche nach einer verlorenen südamerikanischen Stadt verschollen ist (Der Chef ist natürlich, bis auf zwei Einheimische, ohne jedwede Unterstützung losgetuckert). Das Team erfährt, dass er gefangen genommen wurde, weil er flussaufwärts fahren wollte. Natürlich retten Hannibal, Face, Murdock und B.A. den Typen und finden so ganz nebenbei noch die versunkene Stadt, die so schlecht versteckt war, dass selbst solche Leute sie hätten finden können, die beim Ostereiersuchen in einer 1m³ großen Gummizelle versagen. Nun will das A-Team natürlich noch rausfinden, warum bis auf ein paar Ausgewählte, die Baumaterial transportieren, niemand den Fluss rauffahren darf. Das muss man sich nun auf der Zunge zergehen lassen: Mitten im südamerikanischen Dschungel lebt eine Hand voll Nazis (in der Uniform der französischen Fremdenlegion) und will das unbesiegbare „Neue Reich“ aufbauen. Für diesen Zweck haben sie auch schon ein Gebäude bzw. eine Anlage fertig, nämlich ein verdammtes NUKLEARKRAFTWERK!!!!

 

Ihr seht, warum ich ein Fan dieser Serie bin und ich kann jedem nur empfehlen, mit ein paar Kumpels, den ein oder anderen A-Team-Abend zu veranstalten. Ein großer Spaß, bei dem man sich gegenseitig durch das Aufzeigen von Unsinnigkeiten und dem Rezitieren der Sprüche gegenseitig hochschaukeln kann.

 

MfG

Nightbringer

2 Responses to “Vier Typen gegen L.A.”

  1. Sven sagt:

    „Natürlich retten Hannibal, Face, Murdock und B.A. den Typen und finden so ganz nebenbei noch die versunkene Stadt, die so schlecht versteckt war, dass selbst solche Leute sie hätten finden können, die beim Ostereiersuchen in einer 1m³ großen Gummizelle versagen.“

    Herrlich! Junge, du hast echt zu viel Zeit! 😀

    • Nightbringer sagt:

      He He! Ich versuche nur die bahnbrechenden, wertvollsten Kulturgüter der Moderne im Gedächtnis der Menschheit zu halten 😉

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